Für den STANDARD kommt die „beste
Popband Österreichs“ aus Linz.
Sie hört auf den Namen SHY und sitzt trotz dieses Ehrentitels
zwischen allen Stühlen. SHY aus
Linz an der Donau, Österreich, haben alles was eine gute
Popband
braucht: Charakter, Eigensinn, Wille, einen wachen Blick und
Reflexionsvermögen für die kleine und große
Welt, in der sie sich als Band
und Menschen bewegen. Dabei ist der Titel des ersten Tonträgers,
den die
1991 (!!!) aufgebrochene Band veröffentlichte, noch immer
so etwas wie ein grobes und über die Jahre beständig
erweitertes Programm: “Himmelsstürmer“.
Der “Himmel" sind dabei ihre gewachsenen
Möglichkeiten als Musiker, das
paralell gewachsene Bewusstsein des eigenen Stellenwerts und
die
grundsätzliche Haltung von Shy, Musik machen zu wollen,
der es darum geht zu
sprechen (von sich, zu Menschen, und nicht irgendein stumpfes
Ding
durchzuziehen, oder eine wie auch immer geartete Karriere
in Pop zu machen.
Über und durch diverse Line-Up-Wechsel
und Tonträger wie “Shy retten die
Welt“, “Comprende?“ und zuletzt “Auf
Reisen“ sind Shy unzweifelhaft zu dem
geworden, was die einzige Qualitäts-Tageszeitung Österreichs,
Der Standard,
sie genannt hat: “Die beste Popband des Landes“.
Radio FM4 sieht das nicht
viel anders und Shy können dieses Attribut locker für
sich verbuchen, weil
soviel durch und um diese Band passiert ist und seinen Weg
in
die Texte Andi Kumps und die Musik der Band gefunden hat.
Das hat damit zu
tun, dass Linz eine dieser Städte ist, in der man sich
seine (sub)kulturelle
Lebensqualität am besten selber schafft und weil der
wache Blick, von dem
schon die Rede war, all das (Liste incomplete) mitgenommen
hat, und sich dazu
positioniert hat: Mod(ernism), Britpop, Hardcorehausen Linz,
D.I.Y.-Spirit,
Club-Culture, Turntablism, Americana, aber und gerade auch
der immer größer
werdende Konflikt zwischen privater Erlebnis- und Gefühlswelt
und einem
enthemmten Turbokapitalismus, der immer blöder durch
die Welt tobt. Ein
Konflikt, der sich zunehmend in allen möglichen Tages-
und
Nachtlebens-Obsessionen widerspiegelt.
“35 Sommer“, das jüngste
Album von Shy, handelt von all dem. Das ist Pop, der
nicht mehr an Jahren jung sein muss, weil die Thirty-Somethings,
die ihn
machen und leben, alles andere als aufgegeben und zugemacht
haben. Leben und
Liebe fühlen sich anders an, manchmal komplexer, manchmal
einfacher, als mit
20, und Songs darüber und daraus lassen sich reichaltiger
denn je schreiben. |