STUDIO GRANDE

DIE BIOGRAPHIE

Nach ihrem Debutalbum aus dem Jahr 1999 mit der Hit-Single „Ein guter Tip“ prophezeiten die Fachleute Studio Grande eine ähnlich steile Karriere wie Blumfeld. Selten löste ein Album-Debüt wie „Studio Grande“ eine so einträchtige Euphorie in den Medien aus, die den "überwältigenden Gitarren-Pop" (WOM Journal) als "innovativen Wall Of Sound" (WESTZEIT) einstuften und ihren "Wall Of Guitar Feedbacks als anregend und unprätentiös" (FRANKFURTER RUNDSCHAU) lobten.

Tatsächlich überzeugte Kai Berner und sein "Studio" mit einer "perfekten Schrammelpop-Platte" (INTRO) mit deutschen Texten und erhielten ungeteilten Beifall, weil sie mit "göttlichen Melodien, majestätischen Gitarrenwänden und deutschen Texten, die alles gut werden lassen" (PRINZ) antraten.

Der Sohn eines Kürschnermeister und Enkel eines Schwarzamerikaners wurde am 20. Oktober 1966 (andere Quellen nennen 1967) geboren. 1978 erlebte er durch die Beziehungen seines Onkels einen Drehtag zu einem Kinofilm mit Bud Spencer. Mit 14 Jahren kaufte sich Kai Berner seine erste Gesangsstunde; "denn Gesang zu machen war das einzige, was ich mir als Beruf vorstellen konnte".

Die klassischen Punk Rocker (Vicious, Pete Shelley, Elvis Costello), Hüsker Dü und Saints-Ära und der Vortrag von Rio Reiser ermutigten den siebzehnjährigen Teenager zu eigenen Songs. Mitte der 80er Jahre schloss sich Grande den regional sehr beliebten "Miscarriage" an.

Seine engen Kontakte zum Smarten-Up-Label zahlten sich 1987 aus. Er hörte ein Demoband, das Stefan Wellmann als "Clerks" aufgenommen hatte und war begeistert von der Gitarrenarbeit. Mit dem Bassisten Gerald Leyking, zu dieser Zeit gerade von der Soul-Punk-Band Family 5 freigesetzt, und Schlagzeuger Peter Günnen fusionierte Berner Ende 1987 zur Formation "Birdy Num Nums".

Michael Grund produzierte im folgenden Jahr die LP "What Fish?", die zunächst überhaupt nicht beachtet wurde. Berner hielt sich in dieser Zeit als Sänger und Gesangslehrer über Wasser. Erst als die "Birdy Num Nums" nach einem längeren Amerika-Aufenthalt und einer Deutschlandtour im Vorprogramm der "Lemonheads" auftraten, wendete sich das Blatt.

Schließlich erschien 1989 die Single "Every little world" und brachte den Birdy Num Nums den endgültigen Durchbruch. "Every little world"" wurde Single des Monats im trendweisenden Kult-Magazin "Spex"! Anschließend verkaufte sich das Album "What Fish?" wie blöd.

Ein solider, gleichmäßiger Schrammelsound, klare Harmonien, starke Melodien und Berners unverkennbarer Gesangsstil irgendwo zwischen Nick Lowe und Gram Parson prägten den Eindruck des gefeierten Albums. "What Fish?" lieferte Beispiele sparsamer, schlichter Arrangierkunst, die auf Streicher und zu lange Gitarrensoli verzichteten und schrammeligen Gitarrenpop für deutschsprachige Bands radiotauglich machte.

Die Veröffentlichung von "Mannaka" verzögerte sich 1992 wegen juristischer Streitigkeiten zwischen dem neuen Label "King Size Records" und "Smarten-Up Records". Nach langwierigen Verhandlungen wurde das neue Album von "Smarten-Up" freigegeben, und so konnte "Mannaka" dann im Oktober 1992 veröffentlicht werden.

Die "Birdy Num Nums" spielten in den nächsten Jahren nur noch in schlecht besuchten Clubs. Für ihre vielleicht beste, Country-beeinflußte Platte "Superdisappointment Deluxe" ließ sich die Gruppe drei Jahre Zeit. Die Bandmitglieder nutzen die Kreativpause für andere Aktivitäten.

Ein halbes Jahr nach "Superdisappointment Deluxe" wurde die Best Of-CD "62-92 to be continued" veröffentlicht. Bei einem der letzten Konzerte der "Birdy Num Nums" traf Berner dann erstmals auf seinen späteren Songschreiber-Partner Jan Gericke (6. März 1967) und den Bassisten Joachim Uerschels (20. Mai 1966).


In der ersten Besetzung von "Studio Grande" spielte neben Berner der alte Weggefährte Peter Günnen, der seid der ersten Langspielplatte von den "Birdy Num Nums" die Trommelfelle an der Seite von Berner bearbeitete. Joachim "Jockel" Uerschels kam von der Ska-Band "Braces" hinzu.

Während moderne Rock-Bands sich mit der Integration von Samples und Loops in ihren Sounds versuchten, machten es "Studio Grande" in alter "Soup Dragons"-Tradition und stellten einen Cassettenrecorder mit Trash-Sounds vom Band auf die Bühne. Dokumentiert wurde dieser Sound auf dem selbstbetitelten Album unter Mitarbeit vom ® Blackmail-Produzenten Guido Lucas. Einmal mehr wurde Berners ungekünsteltes Verhältnis zu traditionellen Rockmusik-Formen und sein unfehlbares Gefühl für eine direkte, ungeschönte Vokal-Interpretation unkomplizierter, melodiöser Songs unter Beweis gestellt.

Für das Nachfolgealbum "Studio Grande II" ging Berner die lange geplante unorthodoxe Partnerschaft mit dem Arrangeur und Komponisten Jan Gericke ein. Die Backing-Band wurde ausgetauscht, um dem Anspruch an den Wall Of Sound einer Studio Grande-Produktion auch live gerecht zu werden. Die Rhythmusfraktion der legendären Duisburger "Soulpunks" und Carnivals Of Soul mit Achim Müller am Bass und Stephan Lammert am Schlagzeug, sowie der Gitarrist Peter Spotka bilden die Band zu "Studio Grande II". So sollen sich Musikjournalisten auch nach diesem Album die Frage stellen, die zum Debut vom Fach-Magazin "Persona Non Grata" aufgeworfen wurde: "Was machen die bloß richtig?"


„Studio Grande II“ erscheint am Montag, dem 30.06.2003 bei

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